Suchtpräventionsdokumentation - Alkohol
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Österreich und der "Europäische Alkohol Aktionsplan" (EAAP) Zur Strategie Nr. 7

Text aus:

Uhl, A.; Bachmayer, S.; Kobrna, U.; Puhm, A.; Springer, A.; Kopf, N.; Beiglböck, W.; Eisenbach-Stangl, I.; Preinsperger, W.; Musalek, M. (2009): 
Handbuch: Alkohol - Österreich: Zahlen, Daten, Fakten, Trends 2009.
dritte überarbeitete und ergänzte Auflage. BMGFJ, Wien


Fördere ein ethisches und rechtliches Verantwortungsbewusstsein bei denjenigen, die für die Vermarktung oder den Ausschank alkoholischer Getränke zuständig sind, gewährleiste eine strenge Kontrolle der Produktsicherheit und setze angemessene Maßnahmen gegen illegale Alkoholherstellung und illegalen Verkauf.

Schulung im Gastronomiebereich
Der Ausschank von Alkohol ist an eine Konzession oder Gewerbeberechtigung gebunden; konkrete Maßnahmen im Sinne eines "Responsible Server Trainings", wie Schulungen über Alkoholmissbrauch, Wissen über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Promillegehalt, Umgang mit Alkoholisierten etc. sind derzeit nicht vorgesehen. Im Jahr 2003 wurde allerdings die Aktion "Jugend-OK-Partnerbetrieb" ins Leben gerufen. Bei der Aktion handelt es sich um eine Initiative des Jugendreferates des Landes NÖ in Kooperation mit der Wirtschaftskammer zur Entwicklung vorbildhafter Konzepte im Gastronomiebereich für den bewussten Umgang mit Alkohol und Nikotin. Teilnehmende Gastronomiebetriebe, die den Kriterien entsprachen, erhielten die Auszeichnung "Jugend-OK-Partnerbetrieb" und wurden in Radio und anderen Medien vorgestellt. Die Betriebe mit den besten Angeboten wurden von einer Expertenjury prämiert. In erster Linie ging es darum, für junge Menschen alkoholfreie und alkoholarme Getränke anzubieten und das in einer Atmosphäre, in der Menschen, die keinen oder nur wenig Alkohol trinken, nicht mindergeschätzt werden.
Durch die Aktion, bei der die Alkohol-Koordinations- und Informationsstelle (AKIS) eine beratende Funktion übernommen hat, ging es darum, überlegt Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Einhaltung der Schutzbestimmungen für Kinder und Jugendliche ermöglichen und auch für (junge) Erwachsene eindeutige Signale in Richtung moderaten Alkoholkonsum setzen, ohne dass sich diese - auf Verbote und Vorschriften sensibel reagierende - Zielgruppe sich in ihrer Autonomie eingeschränkt fühlt (Gruber et at., 2004).

Quellen:
Gruber, Ch.; Kobrna, U.; Uhl, A.; Springer, A. (2004): Evaluation des niederösterreichischen Pilotprojekts "Jugend-OK-Partnerbetrieb" - Alkoholprävention und Jugendschutz im Bereich der Gastronomie. Forschungsbericht des LBISucht, Wien download

Produktsicherheit
Da die Alkoholpreise in Österreich nicht als überhöht erlebt werden, und land- und forstwirtschaftliche Betriebe Wein, Most und Spirituosen für den Eigenbedarf ganz offiziell und ohne zusätzliche Kosten herstellen können ist der Anreiz für Laien, qualitativ minderwertige alkoholische Produkte herzustellen, eher gering. Minderwertiger Alkohol aus nicht gewerblichen bzw. bäuerlichen Betrieben spielt daher in Österreich kaum eine Rolle.
Die Produktsicherheit bei der gewerblichen und bäuerlichen Alkoholproduktion kann als weitgehend gegeben (Lebensmittelcodex, Abfindungsverordnung, Vergällungsverordnung etc.) betrachtet werden; die WHO zählt Österreich zu jenen Staaten, die hier umfassende und ausreichende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen haben.
Kennzeichnungspflicht
Gesonderte Kennzeichnungspflicht besteht lediglich im Hinblick auf Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Vol.-%, dort muss der Alkoholgehalt am Etikett des Gebindes angeführt werden. Gesundheitswarnungen (wie bei Tabakwaren) und wie von manchen gefordert, sind derzeit in Österreich nicht vorgesehen. Derartige Bestimmungen wurden aber in einigen EU-Ländern, wie Frankreich und Finnland, bereits beschlossen.

Quelle: Richtlinie über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln (79/112/EWG)


weiterführende Informationen:
Übersicht Alkoholpolitik
Jahreszahlen wichtiger alkoholpolitischer Entwicklungen und Dokumente
zum Download alkoholpolitischer Dokumente (Alcohol Policy 1946-2007)


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