- Fokussierung: Der Brennpunkt (Fokus) des Denkens und der Handlungsintention richtet sich darauf, online zu sein. Offline treten quälende Fantasien darüber auf, was man versäumen könnte. Eine Art von «Craving» (Gier) ist zu beobachten. Die Folge ist eine Einengung des Verhaltensraumes, der Internetgebrauch erlangt erste Priorität.
- Kontrollverluste: Der online verbrachte Zeitrahmen kann nicht kontrolliert werden. Oft (nicht immer) findet sich auch das Phänomen der «Toleranzsteigerung», das heißt, dass die UserInnen zur Befriedigung ihr Online-Verhalten quantitativ und qualitativ ständig intensivieren müssen.
- Negative Konsequenzen: Durch das exzessive Online-Verhalten treten sowohl körperliche Schäden auf (Mangelernährung, Vernachlässigung des Schlafbedürfnisses, Schäden am Bewegungsapparat, Schäden am Sehapparat, bis hin zu vital bedrohlichen Erschöpfungszuständen) als auch psychosoziale Folgeschäden (soziale Selbstisolierung durch Vernachlässigung aller Sozialkontakte, Arbeitsplatzverlust, schulisches Versagen bzw. mögliche Verschlechterung psychischer Grunderkrankungen).
- Entzugssymptome: Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen findet man bei Internetsüchtigen dann, wenn sie unfreiwillig «offline» sind, psychovegetative Entzugssymptome wie Reizbarkeit, Affektlabilität, Unruhe und Unkonzentriertheit.
- Unfähigkeit zur Verhaltensänderung: Trotz der Offensichtlichkeit der negativen Folgen des Verhaltens sind die Internetsüchtigen nicht aus eigener Kraft fähig, ihr Verhalten zu korrigieren. Suchttypische intrapsychische «Abwehrmechanismen» – von der Verleugnung/Bagatellisierung über die Projektion bis hin zur Rationalisierung, also dem Erfinden gefinkelter Rechtfertigungsstrategien – sind ebenfalls festzustellen.
Diese fünf Kriterien finden sich (in unterschiedlicher Ausprägung) bei allen Internetsüchtigen.