Ursachen der Internetsucht

Das Internet mit seinen verschiedenen virtuellen Möglichkeiten stellt eine Lebenswelterweiterung dar, die in immer mehr private und berufliche Bereiche vordringt. Dabei werden nicht nur Informations- und Wissensaustausch gefördert, sondern auch die Grundbedürfnisse der Menschen nach Kommunikation, Sozialisation, Erfolg, Selbstdarstellung und Spiel befriedigt.

Positive Erfahrungen, welche in der realen Welt nur schwer oder nicht zu erreichen sind, können zu einer vermehrten Nutzung des Mediums Computer/Internet führen. Die vermeintlich anonyme Kommunikation, der leicht zugängliche Erotik- und Sexkonsum, das unkomplizierte Networken oder auch die Möglichkeit, den (Rollen)Spieltrieb auszuleben, stellen nur einen Ausschnitt der virtuellen Möglichkeiten dar, welche eine große Faszination auf die UserInnen ausüben und einen wiederholten Einstieg begünstigen.

Bei einer problematischen Entwicklung rückt diese virtuelle Lebenswelt, welche am Anfang eine von vielen war (Familie, Arbeit/Ausbildung, Hobbys, Freunde, etc.), immer mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit und verdrängt zunehmend alle anderen Lebensbereiche. Positive Erlebnisse und Gefühle werden nur mehr online erlebt. Der Ausstieg aus der virtuellen hinein in die reale Welt wird immer unattraktiver, bis nur mehr das Internet als Handlungsmöglichkeit für die Betroffenen bleibt.

Ein problematischer Internetgebrauch kann auf der einen Seite aus einer Lebenskrise heraus entstehen (Arbeitsplatzverlust, Scheidung etc.), oder auch ein Kompensationsverhalten für eine psychische Problematik sein (Depression, Angst-/Panikstörung, soziale Unsicherheit etc.). Auf der anderen Seite kann das problematische Verhalten wiederum zu psychosozialen Schwierigkeiten im sozialen, beruflichen/schulischen Umfeld usw. führen. Diese negativen Konsequenzen stellen für die Betroffenen einen Leidensdruck dar, den sie oftmals ohne professionelle Unterstützung nicht auflösen können.

 

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