Erlebnisberichte von Zivildienern im Anton Proksch Institut

M.B., Zivildiener in der Verwaltung im Haupthaus in Kalksburg

Ich empfand meine Zeit im Anton Proksch Institut im Großen und Ganzen als sehr angenehm und vielseitig, wodurch der Zivildienst sehr schnell vorüberging. Darüber hinaus schafften es die freundlichen MitarbeiterInnen, die sehr schnell zu guten FreundInnen wurden, und der herzliche Umgang mit den PatientInnen, dass ich jeden Morgen gerne in die Arbeit fuhr. Es verging kaum ein Tag, an dem man neben der Arbeit nicht auch ein paar nette Worte mit KollegInnen oder PatientInnen austauschen konnte, und auch für kleine Späße war immer wieder Platz.

Die Arbeiten selbst reichen von Hol- und Bringdiensten über einfache Verwaltungsarbeiten und Portierdienste bis hin zur Hilfe bei Festen und Kongressen. Durch die abwechslungsreiche Arbeitseinteilung war es selten langweilig und meist verging die Zeit wie im Flug.

Für mich persönlich stellte der Zivildienst eine Zeit dar, in der ich auch sehr viel Menschliches dazugelernt habe und mit vielen interessanten Menschen zu tun hatte. Somit kann ich sagen, dass die Arbeit als Zivildiener im Anton Proksch Institut großartig war, und ich bin der Meinung, die Zeit gut genutzt und davon profitiert zu haben.
 

M. R., Zivildiener an der Langzeittherapiestation Mödling

Im September 2009 trat ich den Zivildienst im Anton Proksch Instiut - Mödling an. Hier handelt es sich um eine Langzeittherapiestation für drogenabhängige Menschen. Natürlich stellt man sich die Frage, ob das Ganze gut gehen wird oder man diesen Dienst als Wrack verlässt. Jedoch kann ich schon nach so kurzer Zeit mit Sicherheit behaupten, dass dies nicht der Fall sein wird.

Damit man meiner Aussage auch Glauben schenken darf, erzähle ich Ihnen ein bisschen, was ein Zivildiener so zu tun hat. Die meiste Zeit befindet man sich hinterm Steuer des außerordentlich bequemen Dienstautos. Entweder besucht man andere Stationen des Anton Proksch Instituts, macht verschiedenste Besorgungen oder begleitet Patienten.

Bei Begleitungen kann es sich um so gut wie alles handeln; sei es ein Arztbesuch, Gerichtstermin oder das Abholen von Neuaufnahmen. Vorm Patientenkontakt braucht man sich nicht zu fürchten, immerhin hat man es hier auch nur mit Menschen zu tun. Natürlich sollte man ein bisschen aufpassen, was man so von sich gibt, aber mit ein bisschen Vorsicht, Feingefühl und Verstand kann man äußerst interessante Gespräche führen.

Fährt man nicht gerade in Mödling, Wien oder sonst irgendwo in Österreich herum, wird man mit Büroarbeiten oder anderen Aufgaben, die gerade im Haus anfallen, beschäftigt.

Zusammenfassend kann ich den Zivildienst im API – Mödling mehr als nur empfehlen. Es sprechen nicht nur die fixen Dienstzeiten, sondern auch ein äußerst angenehmes Arbeitsklima für sich. Abwechslungsreiche Arbeit, man lernt immer etwas Neues kennen, jeden Tag frisch von den Patienten zubereitete Mahlzeiten (welche oft gut aber auch ungenießbar schmecken können), man bekommt viel Fahrpraxis (falls diese noch nicht vorhanden ist).

Viereinhalb von fünf Sternen.
Halber Stern Abzug, für das wöchentliche Wäscheinventar.

 

M.I., Zivildiener im HWH

Am 1.9.2009 habe ich meinen Zivildienst  begonnen. Als ich um 8:00 Uhr
anfing, war ich sehr nervös, immer wieder habe ich mir die Frage gestellt, wie es sein wird, mit einem Abhängigen zu reden oder wie sollte ich mich benehmen, und ob ich es überhaupt die neun  Monate aushalten werde? Jeder Anfang ist sehr schwer, aber mit der Zeit macht es mir immer und immer mehr Spaß, hier zu sein, und eines weiß ich im Leben: Dank der Patienten werde ich nie Drogen probieren oder denken, sie zu nehmen.

 

M.S., Zivildiener in der Verwaltung im Haupthaus in Kalksburg:

Die Stelle als Zivildiener ist mit einem sehr vielseitigen und interessanten Aufgabengebiet bestückt. Nach einer ordentlichen Einschulung in seinen neuen Tätigkeitsbereich von einem kompetenten und ambitionierten MitarbeiterInnenteam kann der tägliche Ablauf in Angriff genommen werden. Die Aufgaben reichen über normale Büroarbeiten und Botendienste bis hin zu Empfangsdiensten und Portiertätigkeiten. Das familiäre Umfeld im Institut erleichtert einem den Einstieg wesentlich und man ist in der Lage, einen eindrucksvollen Einblick in das Sozialwesen zu bekommen. Alles in allem ist es eine hervorragende Stelle, um seine sozialen Fähigkeiten auszutesten und erfolgreich in die spätere Berufswelt einzubauen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

 

A.W., Zivildiener im Treffpunkt:

Endlich war es soweit ... ich erhielt noch vor Dienstbeginn eine gute Einschulung von meinem Vorgänger.
Ich war nachdenklich, da ich nicht genau wusste was auf mich zukommen wird. Ich soll mit drogenabhängigen Menschen richtig umgehen? Aber das habe ich doch noch nie gemacht!
Was heißt richtig umgehen? Was wenn ich was Falsches sage? Was genau werden meine Aufgaben sein?
Heute weiß ich, dass es nicht so ist. Das ist nur eines der vielen Vorurteile,  das   w i r   haben, weil wir uns auf einem bestimmten Gebiet nicht gut genug auskennen.

Ich bin mittlerweile seit drei Monaten Zivildiener und kann mir keine bessere Stelle vorstellen. Nette KollegInnen informieren mich über den Ablauf des ganzen Therapieprogramms. Man braucht im Umgang mit PatientInnen keine Angst haben und mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kann man sich mit den PatientInnen auf normaler Ebene unterhalten.
Bekannte sind schockiert, wenn ich erzähle, dass ich mit Drogenkranken arbeite: „Oh mein Gott, wie kann man nur mit solchen Leuten arbeiten? Ich weiß jedoch, dass ich eine verantwortungsvolle Aufgabe habe, da ich meist die erste Kontaktperson für die PatientInnen und deren Angehörige bin.

Natürlich stehen meine KollegInnen mir immer zur Seite, dennoch ist es sehr wichtig, gerade am Anfang den Menschen entgegenzukommen und ihnen ein sicheres Gefühl zu geben.
Sie müssen spüren, dass man ihnen helfen will und sie einem nicht egal sind.


M.K., Zivildiener an der Langzeittherapiestation Mödling:

Das Herz pocht, der Blutdruck steigt, tausende Gedanken gehen durch den Kopf: «Was wird mich erwarten?» «Wie werde ich mit der psychischen Belastung fertig?» «Wie gut ist das Arbeitsklima?» Doch vor allem eine Frage – recht simpel und doch wieder komplex – zog sich wie ein seidener Faden durch meinen Kopf: «Wie schlimm wird es wirklich?»

Nach einigen Monaten die beruhigende Antwort: Es ist zwar eine nicht zu unterschätzende, verantwortungsvolle Aufgabe, Patienten in Krankenhäuser, Gerichte,… zu fahren und zu begleiten, doch sind Drogenabhängige nicht das personifizierte Böse mit dem Auftrag, den armen Zivildienern das Leben schwer zu machen. Im Gegenteil: Man kann sich mit ihnen – natürlich mit einer gesunden Portion an Vorsicht, Feingefühl und Distanz – sehr nett unterhalten.

Doch nicht nur der richtige Umgang mit Patienten gehört zu unseren Tätigkeiten sondern auch Boten- und Bürodienste. Wir fahren (es arbeiten immer 2 Zivildiener zur gleichen Zeit) viele Firmen an, um Büromaterialien oder Materialien für die Arbeitstherapie zu besorgen, was uns oft vor neue Herausforderungen stellt: «Was ist die schnellste Route zur Mariahilferstrasse?», «Wie fahre ich am Geschicktesten in den 21. Bezirk?», «Muss ich jetzt St. Marx runterfahren?» 
Mit absoluter Sicherheit kann ich sagen: Selbst wenn man noch nie einen Fuß nach Wien gesetzt hat: Wien kennt man nach diesem Zivildienst wie seine eigene Westentasche.

Weitere Umstände, die ich persönlich sehr schätze, sind geregelte Arbeitszeiten und ein wirklich angenehmes Arbeitsklima, was zwar im heutigen Berufsleben überall wünschenswert wäre, aber bei weitem nicht selbstverständlich ist.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Vielfältigkeit meiner Arbeit sehr schätze und ich wirklich froh bin, dass ich solch eine Erfahrung für mein weiteres Leben – mit all den Herausforderungen – machen darf. 
            

B.M., Zivildiener im HWH:

Bei einem Vorstellungsgespräch erfuhr ich meine vielfältigen Tätigkeiten und es war so interessant, dass ich mir danach sicher war, den Herausforderungen gewachsen zu sein und dass ich meinen Zivildienst in dieser Institution verrichten werde.

Am ersten Arbeitstag war ich dennoch ein wenig nervös und sehr gespannt, was eigentlich die nächsten Monate wirklich bringen werden. Es war ja für mich eine ganz neue Situation, Kontakt zu drogensüchtigen Menschen zu haben.
Doch mich erwarteten nicht nur nette KollegInnen und ein freundliches, angenehmes Arbeitsklima, sondern auch nette Menschen, die ihren körperlichen Entzug machen und ein Drogentherapieprogramm absolvieren.

Meine Tätigkeiten verrichte ich mit Freunde: Begleitung von PatientInnen zu Ärzten und in Krankenhäuser, Einkäufe, „Botengänge“ ins Haupthaus, zur Post oder Bank, Reparaturarbeiten.
Auch nehme ich Informationen über Medizin, Psychotherapie und Sozialarbeit auf, welche neues Interesse bei mir erwecken. Ach ja: Führerschein der Gruppe B ist erforderlich.

Dieser Zivildienst erfordert von mir Verlässlichkeit, Vertrauen und ein gewisses Maß an Flexibilität nebst einem gewissen Maß an Organisationstalent und selbstständigem Denken.
Gerade deshalb schätze ich meine Arbeit als Zivildiener, da ich dadurch auch sehr viel für mich in mein weiteres Leben mitnehmen kann.